Fazit nach drei Kursen Englisch für Senioren bei der vhs Marktheidenfeld - Zusammen nach London

Reiselustige Gruppe setzt Erlerntes aus dem VHS-Englischkurs in die Praxis um

Eigentlich wäre der Kurs jetzt zu Ende. Aber niemand denkt ans Aufhören. "Because she is a wonderful teacher", loben sie ihre Englisch-Lehrerin.
von Tilman Toepfer

14 Damen und drei Herren alles "ältere Semester" - sind stolz und glücklich. Stolz, weil sie ein "Cartificate of Merit" in Händen halten, eine Urkunde, die ihnen bestätigt, sich in Wort und Schrift sehr ordentlich auf Englisch verständigen zu können. Glücklich, weil es weiter geht mit "Englisch für Senioren", weil den drei Kursen bei der vhs mindestens ein vierter folgt. Weiter mit Brigitte Limmer-Koch, der Leiterin des Kurses.

"Because she is a wonderful teacher", schwärmen sie von ihrer Lehrerin. Und alle nicken, als eine der Damen einwirft: "We worked good together - Wir haben gut zusammen gearbeitet."

Die Idee zum Kurs nahm 1996 Gestalt an. Limmer-Koch stellte bei einem Englisch-Kurs fest, dass ein älteres Ehepaar Schwierigkeiten hatten, dem Tempo der anderen, zu folgen. Sie hörte sich um, ob es in anderen Städten Englisch-Kurse für Senioren gäbe, und wurde in Wertheim fündig.

Kontakte waren schnell geknüpft. So erfuhr Brigitte Limmer-Koch, dass es Unterrichtsmaterial speziell für ältere Menschen gibt, das Blooming-Late-Konzept, die Bücher der Elisabeth Grünbaum, bisher drei an der Zahl, mit Dialogen, die auf das Alter der Kursteilnehmer ausgelegt sind, mit Quiz, Rollenspielen, Fragebögen, und mit einer Lehrcassette, die besonders für das Erlernen der Dialoge wertvoll ist.

Die Teilnehmer des Kurses haben Schildchen vor sich stehen, mit den "englischen" Namen, die sie seit Beginn des Kurses tragen: Adam, Harry, Carol, Lizzy, Eric, Jennifer, Amber, Judy, Claire, Kate, Vivian, Eve, Priscilla. Wie immer hängen sie an den Lippen ihrer "teacherin", als sie an das gemeinsame Erlernte, vor allem aber an das gemeinsam Erlebte erinnert.

"My name is ..." Am 7. Februar saßen sie erstmals beieinander, begannen mit den ersten Gehversuchen in Englisch. "Six boxes please", sollten sie malen, worauf die Frage erschallte: "Wieviel Kästle sollen wir malen?"

"I'm a pensioner" Ich bin Rentner/in wurde zum Lieblingsberuf. Bald wussten alle, ihre Wehwehchen "in l,Englisch " zu schildern. Später mussten die Teilnehmer des Kurses Hausaufgaben abliefern, und wenn die Stilblüten kräftig erblühten, erreichte das herzhafte Lachen von Brigitte Limmer-Koch das Ohr ihrer Tochter. Die fragte dann: "Gell, Mama, du korrigierst wieder deine Senioren." Nur "Harry" machte kaum Fehler.

Die Kursteilnehmer – Magdalena Blum (73) sei als älteste Teilnehmerrin an dieser Stelle mit ihrem deutschen Namen erwähnt - lernten immer mehr hinzu: vom ersten Verliebtsein konnten sie nun "in Englisch," schwärmen, von der ersten Arbeitsstelle berichten, sich all den letzten Urlaub erinnern.

In Gruppen treffen sie zusammen, tun zu üben, um Hausaufgaben zu machen, sich in "Conversation" zu üben. Brigitte Limmer-Koch: "Grammatik haben wir nicht gemacht, wir haben einfach nur so gelernt.'

Wenig später hat die gute Laune in Saal 2.4 des Alten Rathauses einen Gipfel erklommen. Brigitte Limmer-Koch verkündet nicht nur, dass sie den Kurs weiter führen wird. Sie kündigt auch an: "wir fahren nach London, wenn Sie wollen - die Flugreise ist fest geplant." "Bravo", rufen einige, der Beifall will nicht Verebben. Und Jennifer spricht aus, was alle denken: "uns wird sie nit los." Alle haben zusammen gelegt, um ein kleines Dankeschön zum Festakt mitzubringen -- ein paar gute Bocksbeutel.

Was für Brigitte Linnner-Koch sicher mehr zählt als die Bocksbeutel, ist das Leuchten in den Augen der Menschen, die um sie herum sitzen. Sie alle haben im dritten Lebensabschnitt Mut bewiesen, eine neue Sprache zu lernen. Sie haben viel Spaß gehabt, sie rosten nicht, weil sie nicht rasten. "Congradulations"' hören sie aus dem Munde der Kursleiterin. Sie haben die Gratulationen verdient.

 

 

 

 

 

Zurück